Dazwischen
Mittwoch, 23. Januar 2019

Wintervertraum

Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen, VER TRAU EN hämmert es in meiner Schläfe, die Spiegelneuronen erkennen es glasklar: Er vertraut mir nicht, hat es seit langem nicht getan aber hier und jetzt fällt es mir wie Nadeln vom Christbaum im Februar: Er hat kein Vertrauen in mich und meine Leistungsfähigkeit. Mein Können, meine Kreativität.

Ich hatte das selbst lange nicht, wer kann schon dem Nichts vertrauen von Geburt an? Das muss man lernen und ohne Schmerzen kein Preis, ist wohl so.

Aber jetzt ist es da und unerschütterlich: Ich vertraue mir. Darf ich es sagen? Ich schaffe das. Aber WIR kann ich nicht sagen, denn wenn Vertrauen fehlt in ein WIR, das gemeinsame Ziel, wie soll es dann werden?

Es gibt keine Sicherheit, vielleicht ist dieser Husten mein letzter, vielleicht einer von vielen den ich schneller wieder vergessen haben werde als ich dann befreit einatmen kann.

Aber sie geht die staubige Straße entlang. Mein Satz. Wenn ich etwas beginne dann so: Sie geht die staubige Straße entlang. Und ich weiß, erst jetzt, dass ich Feinstaub meine.

In der Stadt in der ich nie war sind jetzt die öffentlichen Verkehrsmittel gratis. Bahnfahren und Bus fahren und Bim benutzen müssen kostenlos werden für alle. Schleunigst.

Überall.

Der Winter ist da, wenn wir nicht aufpassen bleibt er uns erhalten.

Montag, 21. Januar 2019

Vicenza!

Es war BUMM. Vicenzaoro, ich wußte die Italiener haben Stil aber wieviel, das war mir unklar. Bin zutiefst inspiriert und kann es kaum erwarten in die Arbeit zu fahren.

Habe zwei klitzekleine Seiten Notizen gemacht, Farbschemata, Namen von den Besten und Gestaltungsideen - lose wie 'Schwünge' zum Beispiel oder Materialkomibinationen. Keine Ideen werde ich stehlen sondern aus dem Gesehenen mein Eigenes destillieren, nach und nach.

Fein, aber nicht zu zart. Geschwungen aber nicht beliebig, Oberflächen ernst nehmen und Steine mehr mitdenken.

Padua und Vicenza sind bezaubernde Städte. Die Italiener wirklich schöne Menschen, ich bin fast erfroren aber sie ohne Mütze im Freien gesessen.

Die Straßenbahn in Padua hat mir eine lustige Minute beschert, da ich an meiner Wahrnehmungsbewußtheit arbeiten werde: Ich gehe über die Schienen und bin verwirrt ohne es ins Klare geholt zu haben: Etwas fehlt! Ja - sie fährt auf einer Schiene nur. Als mein Bruder mich darauf hinweist erkenne ich das komische Gefühl und muss lachen.

Der Abend in der Pizzeria Vesuvio in Vicenza war hervorragend, auch wenn sie - wohl um J und mich zu schonen - auf den ersehnten Knoblauch vergaßen und wird mir in Erinnerung bleiben, aber besonders sticht Nichts heraus denn die gesamte Reise war so harmonisch, ich bin begeistert. Selbst die Autofahrt: ein Traum. Tja. Mit J, einer Fremden, dann im schmalen Doppelbett liegen war in der Tat nicht unangenehm, da sie Offenheit und Distanziertheit wunderbar ausbalancieren kann und am letzten Abend sind wir dann, wie einst mit meiner Volksschulfreundin im Bett gelegen im Finsteren und haben lang geredet über Eltern, Schmuck, Zukunft und so weiter, jeder auf seiner Seite und es war schön. Hab ich seit damals nicht so erlebt.

Sich wie ein Kind fühlen aber eindeutig erwachsen sein, denn Verantwortung nicht zu scheuen und sich gut kennen und einschätzen können, auf die eigenen Grenzen zu achten und Humor zuzulassen, weder depressiv noch verzweifelt an die Zukunft denkend auch wenn es keinerlei Garantien mehr gibt: Es ist schön so.

Der A und der O haben es auch geschafft allein und Zweiterer hat in vier Tagen einen enormen sprachlichen Sprung gemacht, ich bin ganz erstaunt. Ganze Sätze, kleine kompakte Erzählungen, fast komplette Lieder, es scheint ihm gut getan zu haben dass ich einmal loslassen konnte.

Der Husten der mich quält ist hoffentlich bald wieder besser, sonst gibt es nichts Neues, außer dass ich enorm motiviert bin und sich mittlerweile drei Fragebögen angesammelt haben die der Beantwortung harren. Ich arbeite daran!

Samstag, 19. Januar 2019

Huh

alle mails der letzten zeit tröpfeln nach und nach als unzustellbar zurück. interessant..

liebe italien. so schön hier!

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