Dazwischen
Donnerstag, 8. August 2019

Wolfsgeheul

Sprachlos. Weil satt. Von Worten erfüllt, wach gezwickt, in den Oberarm gekniffen um genau zu sein, das gibt einen blauen Fleck, meine Herren, wenn der wüßte wie stark er ist, ich glaub das sag ich ihm mal lieber nicht, lasse ihn glauben dass meine Schnelligkeit seine Kraft locker wett machte, dann hab ich womöglich später eine realistische Chance.

Der Kampf, auf den ich warte, hat vor langer Zeit begonnen, ich meine, ich weiß dass ich hätte trainieren sollen und hab es vernachlässigt, das bisschen hier und da zählt schon kaum noch.

Wir lachen, schütteln uns aus, dann geht er, zieht ab zu seinem Film und ich weiß irgendwie, jetzt wo die Abende wieder uns gehören, werden die Schlachten sich verlagern auf anderes Terrain, mitten hinein ins Leben und völlig davon befreit gleichzeitig.

Ich träume wieder, das Kind sagt in seinem Kopf seien (...), ich habe aber keine Angst mehr, ich forsche nicht nach, denn hinter all den Sorgen steckt doch nur der eine Tag, den keiner verhindern kann. Der aber dann kommt, wenn man ihn, ob man ihn kommen sah oder nicht, eh nie zum Tee gebeten hätte, just in dem Moment als man gerade noch nicht bereit dafür war. Genau den Millimeter davon entfernt, den es braucht um noch zu wachsen daran.

Später.

Dass es einen aber erstmal wirft, Kilometer weit in eine Phase der Vorstellung, die man für immer besiegt dachte, geschenkt. Wir kommen zurück an diesen Punkt und dann wird der Sieg errungen sein oder die Niederlage geschlagen. Ich weiß jetzt, welchen ruhigen Fluss der K meinte, als er mich bat, Platz zu nehmen. Wir sind uns einig geworden und einige Zeit später, das Licht am Balkon in vielen Metern Entfernung weiß den Weg, erinnere ich mich an Emiliano und seine Muschel, die Hügel an der Küste von Mexico und die wilden und weniger wilden Hunde, die, alle augenscheinlich miteinander verbrüdert und verwandt, auf seine Musik antworteten. Was sie besprochen haben, das wissen sie womöglich selbst nicht mehr. Ob das Wasser genügen wird, für diesen Sommer, oder ob die Ernte reiche Beute verspricht, wer die Fremde im Dorf sei, die aussah mit ihrer blassen Haut, dem militärischen Haarschnitt und dem verquollenen Gesicht, von Stichen übersät.

Was will sie hier? Warum ist sie gekommen? Bringt sie etwas oder hat sie gar was vergessen?

Ja, ich habe etwas vergessen - wie Gemüse schmeckt, im Blechtopf am Lagerfreuer gekocht, mit Meersalz und wenigen Gewürzen vermischt. Wie die Früchte am Markt, die Paradeiser und der Käse, der Kaktus in der Suppe, das Brot.

Aber ich erkannte es wieder.

Das Nächste ein kalter Wind, graue Nadeln stechen in meine Haut, ich stehe vor verschlossener Türe und lange tut sich nichts. Dann erscheint wer, ein trauriges Gesicht. Wo warst Du? Willst Du es sagen? Ich übergebe Geschenke und gehe wieder. Raus ins Nichts.

Lange Zeit.

Und irgendwann da.

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